In Fahrgemeinschaften ging es am 13.Juni nach Steyrling, wo wir uns mit einer Gruppe der Gilde Langholzfeld trafen. Das Kalkwerk Steyrling in Klaus an der Pyhrnbahn ist das größte Kalkwerk Österreichs und gehört zur Voestalpine AG. Es liefert den wichtigen Rohstoff Kalk für die Stahlerzeugung in Linz. Herr Dipl.-Ing. Hans Jörg Hirschhuber ist dort als Prozessingenieur, Experte für Sprengtechnik und in der Produktionsplanung tätig. Seine Hauptaufgabe ist der Abbau von Kalkstein und Erzeugung von gebranntem Kalk. Das Werk ist sehr modern. Es setzt auf neue Technologien und hat im Laufe der Zeit viele spannende Projekte unter der Leitung unseres Gastgebers und Pfadfinderfreundes Dipl.-Ing. Björn Kirchner umgesetzt.
Zum Einführungsvortrag von Herrn Hirschhuber, der von Björn Kirchner kommentiert und ergänzt wurde, erfuhren wir, über Kalk, von der erdgeschichtlichen Entstehung bis zu seiner Verwendung im Eisenhüttenwerk. Beeindruckend sind die gigantischen Massen, die da erzeugt und bewegt werden und zuletzt auch mit der Eisenbahn transportiert werden. Das zentrale Thema ist das CO2, das dort aus dem Kalkstein durch das Brennen gelöst wird und an die Luft geht. Man muss dazu wissen, dass es das CO2 immer schon gegeben hat und einmal an den Kalk gebunden wurde. Will man das vermeiden, müsste man die Stahlerzeugung einstellen und damit auf alle Produkte aus Stahl, und auch auf Kalk als Baustoff, Dünger und chemischen Hilfsstoff, etwa in Kläranlagen, verzichten. Im Übrigen wird beim Abbinden (trocknen) des Branntkalks das bei der Herstellung abgegebene CO2 aus der Umgebungsluft wieder aufgenommen.
Danach ging es mit Kleinbussen über 500 Höhenmeter hinauf in den Steinbruch. Dort erkannte man die gewaltigen Dimensionen des Abraumes. In Schächten im Gebirge wird das Material zu Tal gebracht. In eine gewaltige Kaverne, in der so ein Abwurfschacht endet, sind wir hinein marschiert. Von einer Aussichtsbühne als Teil einer Förderanlage genossen wir bei freundlicherweise hervorbrechender Sonne die Aussicht auf den Stausee der Steyr und die umliegenden Berge.
Danach gab es ein Mittagessen im hervorragenden Gasthaus „Kaiserin Elisabeth“ in Steyrling.
Anschließend fuhren wir zum Stift Kremsmünster, wo uns eine hochinteressante Führung in der Sternwarte erwartete. Heute wird das Gebäude, das als eines der ersten Hochhäuser galt, als naturhistorisches Museum genutzt. Seit 1762 wird kontinuierlich das Wetter protokolliert und ist damit für die Klimaforschung von großer Bedeutung. Neben vielen beeindruckenden Objekten kann man auch einen von Johannes Kepler verwendeten Sextanten bewundern. Nach einem Singen in der Stiftskirche ließen wir den Tag in der Stiftsschank ausklingen.
Vielen Dank an Dagmar und Otmar für die Organisation.




