Im Laufe der 90er Jahre führte die Pfadfindergilde Maxglan eine groß angelegte Hilfsaktion für Kinder und Jugendliche in Rumänien durch. Das Projekt wurde unter anderem durch die Verleihung des Preises “Gilde Aktiv für Soziales” durch den Österreichischen Gildenverband und des “Internationalen Solidaritätspreises” gewürdigt.
Eine Chronik der Hilfsbereitschaft
Anfang 1990 gehen erschütternde Bilder über rumänische Kinder- und Waisenheime durch die Medien. Zur selben Zeit organisiert die Pfadfindergruppe Maxglan mit Christl und Michl Weber eine erste Fahrt nach Bistritz in Nordsiebenbürgen. Nach einer Liste des evangelischen Stadtpfarrers von Bistritz werden 110 Lebensmittelpakete an Privathaushalte verteilt. Michl stammt selbst aus dieser Stadt und ist tief betroffen von der Situation in den dortigen Heimen. Es fehlt buchstäblich an allem. Hier war nur eines möglich: Helfen, rasch und direkt!
Im Juni 1990 wird von den Pfadfindern ein Gottesdienst in der Maxglaner Pfarrkirche zum Thema “Rumänien” gestaltet. Anschließend gibt es im Pfarrzentrum rumänischen Speisen. Es gehen Spenden in der Höhe von S 34.000,- ein.
Schon im Sommer 1990 sind 21 Mitglieder von Gruppe und Gilde Maxglan beim ersten Projekt tätig. In zwei Wochen werden im Kinderheim in Beclean menschliche Zustände geschaffen, Brausen repariert, Badewannen eingebaut, Schlaf- und Aufenthaltsräume saniert. Weiters wurde ein in Salzburg vorgefertigtes Spielgerüst zusammengebaut und lackiert. Die Zaunplatten wurden ebenfalls lackiert. In der Küche wurde ein Großküchen-Druckkochtopf angeschlossen und zwei neue Gefriertruhen und zwei gebrauchte Waschmaschinen aufgestellt. Bei einem Mittagessen lernten die Kinder erstmals heiße Würsteln kennen.
Seit diesem Zeitpunkt starteten regelmäßig Hilfstransporte an ein großes Mädchenheim, ein Babyheim in Bistritz und an das Kinderheim in Beclean. Bei unzähligen Transporten – davon etwa 30 selbst durchgeführt, der Rest mit rumänischen LKWs – wurden mehrere hundert Tonnen Hilfsgüter (Baumaterial nicht eingerechnet!) nach Rumänien transportiert. In den den späteren Jahren wurden rumänische LKW beladen, die ansonsten leer zurückfahren würden. So konnten weiterhin Kleidung, Schuhe, Spielzeug usw. für die Heime, aber auch in Österreich ausrangierte Computeranlagen für Schulen sowie Krankenbetten, Matratzen usw. für Krankenhäuser und Altenheime nach Bistritz gelangen. Woher die Sachen kommen? Unsere Aktion ist weitum bekannt geworden, wird von vielen Menschen unterstützt, genießt die Hilfe vieler, die von der Idee mitgerissen wurden.
Wir sind also viele Jahre bei unserem “alten” Brennpunkt geblieben, der schon längst nicht mehr populär war und von anderen Krisenherden aus den Medien verdrängt wurde. Dafür haben wir auch manch harte Kritik und Häme einstecken müssen. Doch die Größe der Aufgabe machte uns klar, dass allein durch das Verteilen von Hilfsgütern nicht viel gewonnen werden kann.

Heute können wir stolz sein, Bleibendes geschaffen zu haben. Über die Sanierung des Kinderheimes in Beclean, die Unterstützung der Mädchenschule und des Babyheimes bis zum “Haus der Hoffnung” als Starthilfe für junge Menschen.
Darüberhinaus sind als Nebeneffekt unserer Hilfsaktion fünf Pfadfindergruppen in Bistritz und Beclean neu entstanden.
Haus der Hoffnung
Bauchronik
Zusammenarbeit mit der HTL
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